Ernährung

Optimal für die Diätinstruktion und die Stoffwechseleinstellung (mit oder ohne Insulin) ist die Beratung durch ein Team, bestehend aus dem Vertrauensarzt (Diabetologen), speziell geschulten Diabetesschwestern und Ernährungsberaterinnen, die einander ergänzen und den Patienten umfassend informieren.

Welche Bedeutung haben Nahrungsfasern für Diabetiker?
Der menschliche Darm kann Zellulose nicht spalten. Wenn Stärke zusammen mit Zellulose durch den Magen in den Darm gelangt, so verzögert die Zellulose die Verdauung der Stärke.

Resultat: Der Blutzucker steigt weniger an. Eine gute Idee ist daher, vor der Portion Spaghetti noch einen gemischten Salat zu verputzen. Nahrungsfasern, die den Blutzuckeranstieg nach einer üppigen Mahlzeit bremsen, finden sich vor allem in Vollkorngetreide, Gemüse, Salat und Früchten.

Was bedeutet der glykämische Index von Nahrungsmitteln?
Der glykämische Index (GLYX) ist ein Maß des Blutzuckeranstiegs nach dem Genuss verschiedener kohlenhydrathaltiger Nahrungsmittel.

Je stärker der Blutzuckeranstieg, desto höher der Index. GLYX-Beispiele: Milch (44), Äpfel (52), Orangensaft (71), gekochter Reis (81), Bananen (84), Erdäpfelpüree (98), Weißbrot (100), Cornflakes (121), Honig (126).


Gibt es für Typ-1-Diabetiker ohne Gewichtsprobleme beim Essen Verbote?
Nein, heute nicht mehr. Dringend angeraten wird allerdings weiterhin, Zucker in Flüssigkeiten (Kaffee, Tee, Limonaden, Energy Drinks) möglichst zu meiden, weil er die Blutwerte rasant in die Höhe treibt. Anders verhält es sich mit Zucker, der mit Fett kombiniert ist (Schokolade, Mousse). In diesem Punkt ist die Diabetes-Ernährung liberaler geworden. 30 Gramm Zucker pro Tag sind okay, wenn:
1. Der Diabetes gut eingestellt ist.
2. Der Zucker in den Kohlenhydratanteil einer Mahlzeit einberechnet und nicht zusätzlich gefuttert wird.
3. Die Ernährung sonst reich an Nahrungsfasern ist. Es geht also wieder darum, dass der Diabetiker die Kohlenhydrate erkennt und in seine Mahlzeit einberechnen kann. Eine detaillierte Schulung hilft, dabei Sicherheit zu erlangen.

Body Mass Index
Auf eine ausgewogene, fettarme und vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung achten!

Hier die wichtigsten Regeln:

  • Ernähren Sie sich kaloriengerecht, also so, dass Sie auf keinen Fall Gewicht zulegen.

  • für Menschen über 60: Essen Sie allgemein fettarm.

  • Bevorzugen Sie pflanzliche statt tierische Fette. Fleisch und Wurst sind ein Luxus, den Sie sich nur wohldosiert gönnen sollten.

  • Verzehren Sie regelmäßig – am besten bei jeder Mahlzeit - Obst und Gemüse. Das sind wichtige Lieferanten von Vitaminen und wertvollen Spurenelementen für den Körper.

  • Nehmen Sie regelmäßig Getreideprodukte zu sich, aber bitte als Vollkornprodukt. So steigern Sie den Ballaststoffanteil der Nahrung.

  • Beschränken Sie drastisch den Verzehr von schnell resorbierbaren Kohlenhydraten, wie sie in Zucker, Schokolade und generell Naschereien enthalten sind. Der normale Haushaltszucker geht praktisch sofort ins Blut und treibt den Blutzuckerspiegel entsprechend in die Höhe.

  • Lieber Kohlenhydrate zu sich nehmen, die vom Körper langsamer aufgenommen werden. Solche Kohlenhydrate finden sich zum Beispiel in Vollkornprodukten, Kartoffeln und Gemüse.

  • Vermeiden Sie zu reichlichen Alkoholkonsum. Das Gläschen in Ehren ist auch Diabetikern nicht zu verwehren. Mehr aber sollte es nicht sein.

Ausreichend trinken – aber bitte Mineralwasser
Eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit ist für unseren Stoffwechsel wichtig. Getrunken werden sollten Wasser und zum Beispiel Kräutertees. Mindestens zwei bis drei Liter.
(Quelle: http:// www.diabetes-austria.com, Oktober 2013)