Insuline im Vergleich

Heute stehen Menschen mit Diabetes eine Vielzahl von Insulinen zur Verfügung. Die Entscheidung, welches Insulin nun das geeignete ist, sollte von ganz persönlichen Faktoren abhängig gemacht werden. Tägliche Gewohnheiten, die körperliche Verfassung und der persönliche Typus sind nur einige Beispiele hierfür.

Grundsätzlich lassen sich Insuline nach folgenden Kriterien einordnen:

1. Nach Herstellung und Herkunft
Hierunter fällt die Einordnung in so genannte tierische Insuline und Humaninsuline. Während tierische Insuline aus den Bauchspeicheldrüsen von Rindern und Schweinen gewonnen werden, sind die modernen Humaninsuline (bio-)synthetisch hergestellt. Die moderne Technologie ermöglicht es heute, menschliches Insulin exakt nachzubauen (tierisches Insulin weist leichte Unterschiede zum menschlichen Hormon auf).

2. Nach dem Zeit-Wirkprofil
Hinsichtlich des Zeit-Wirkprofils kann man Insuline in folgende Gruppen einteilen:

  • Schnell wirkende Insuline , wie etwa die neuen Analog-Insuline, die sich durch sofortige Wirkung auszeichnen und nur 2-3 Stunden wirksam sind. Ein Spritz-Ess-Abstand ist nicht erforderlich. Ein schnell wirkendes Insulin ist z.B. das „kurzwirksame Analoginsulin“.
  • Kurz wirkende Insuline , zu denen die Normalinsuline zählen. Sie wirken nach ca. 15-30 Minuten für rund 4-6 Stunden. Diese schnell und kurz wirkenden Bolus-Insuline (zur Mahlzeit) eignen sich für den mahlzeitenbezogenen Insulinbedarf im Rahmen der Basis-Bolus-Therapie (ICT) und können zum jeweiligen Essen gespritzt werden.
  • Eine lange Wirkdauer haben so genannte Verzögerungsinsuline . Sie erreichen eine Wirkdauer von bis zu 24 Stunden. Insuline mit langer Wirkung werden vor allem als Basalinsuline bei der Basis-Bolustherapie (ICT) eingesetzt.
Zur besseren Übersicht finden Sie die Einteilung der Insuline nach ihrem Zeit-Wirkprofil noch einmal in der Tabelle.

 

Gruppe

Wirkeintritt
nach

Wirkmaximum
nach

Wirkdauer

Schnell wirkend
(Analoginsuline, z.B. kurzwirksames Analoginsulin)

Bolusinsuline

0-15 min

30-60 min

2-3 h

Kurz wirkend
(Normalinsuline, Humaninsuline)

Bolusinsuline

15-30 min

1-2 h

4-6 h

Lang wirkend

NPH-Verzögerungsinsuline, Basalinsuline

0,5-1 h

20-10 h

10-14 h

 

Menschen mit Diabetes, die eine konventionelle Therapieform (CT) anwenden, erhalten meist Insulinmischungen , die aus einem kurz wirkenden Bolus-Insulin (Normal- oder Analoginsulin) und einem Verzögerungsinsulin bestehen. Diese Insulinmischungen stehen in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen zur Verfügung.

 

So wirkt kurzwirksames Analoginsulin

Als schnell wirkendes Insulin ist kurzwirksames Analoginsulin zur Abdeckung des mahlzeitbezogenen Insulinbedarfs (als sog. „Bolusinsulin“) und zur Blutzuckerkorrektur geeignet. Daher bietet es sich besonders im Rahmen der intensivierten Insulintherapie (ICT) und der Bolus-Therapie an.

Kurz wirkendes Insulin
Kurzwirksames Analoginsulin zeichnet sich gegenüber Normal- und Humaninsulinen durch eine leichte Veränderung in seiner Zusammensetzung aus.  Und welchen Vorteil hat diese Veränderung gegenüber Normalinsulin? Kurzwirksames Analoginsulin zerfällt nach der Injektion in das Unterhautgewebe sofort in einzelne Insulinbestandteile und gelangt dadurch viel schneller in die Blutbahn als Normal- oder Humaninsuline.
  Normalinsulin
Deshalb wirkt kurzwirksames Analoginsulin schneller als Alt- oder Normal-Insuline und kommt damit der natürlichen Insulinausschüttung im gesunden Körper näher. Eine positive Folge ist, dass dadurch Hyperglykämien verringert werden können, wodurch das Risiko für Folgeschäden verringert wird. Besonders praktisch: Es muss kein Spritz-Ess-Abstand eingehalten werden, weil das Insulin nach der Injektion sofort zu wirken beginnt. Daher kann es sogar nach dem Essen injiziert werden. Die blutzuckersenkende Wirkung unterscheidet sich nicht zum Normal- oder Humaninsulin. Aber schon nach einer halben bis einer Stunde ist die stärkste Wirkung erreicht, die Gesamtwirkdauer beträgt nur ca. 2-3 Stunden. Durch die kurze Wirkdauer sind Zwischenmahlzeiten nicht mehr notwendig, um einer Unterzuckerung entgegenzuwirken. Und sollte spontan Lust auf einen Snack bestehen, kann kurzwirksames Analoginsulin je nach Art und Umfang der Mahlzeit erneut gespritzt werden.

 

Was versteht man unter einer Analoginsulin Mischung?

Diese Insulinmischung verbindet die Vorteile des kurzwirksamen Analoginsulins mit der lang anhaltenden Wirkung eines Verzögerungsinsulins und wird vor allem im Rahmen der konventionellen Insulintherapie (CT) eingesetzt.

Verzögerungsinsulin
Analoginsulin Mischung besteht aus dem schnell wirkenden kurzwirksamen Analoginsulin und dem lang wirkenden Basalinsulinanteil. Aufgrund des schnelleren Wirkeintritts von Analoginsulin Mischung ist kein Spritz-Ess-Abstand erforderlich; die Insulinmischung kann direkt vor oder sogar nach dem Essen gespritzt werden. Es besteht weniger Gefahr von Hyperglykämien als bei den Normal- oder Humaninsulinen, deren Wirkung später einsetzt.

Mischinsulin
In der Regel sollte Analoginsulin Mischung zweimal täglich (zum Frühstück und zum Abendessen) gespritzt werden. Die Wirkdauer beträgt nach der Injektion zwischen 12 und 14 Stunden, bedingt durch den Anteil des lang wirkenden Verzögerungsinsulins. Da die Wirkung des kurzwirksamen Analoginsulin-Anteils schneller abklingt als die der Normalinsuline, treten Hypoglykämien weniger häufig auf. Das bedeutet für Sie, dass Zwischenmahlzeiten nicht mehr notwendig sind und Sie Ihren Tagesablauf flexibler gestalten können. Genau wie übliche Insulinmischungen muss auch die Dosis von Analoginsulin Mischung zum Beispiel bei höherer körperlicher Aktivität angepasst werden.


Warum soll eine Nadel nicht wiederverwendet werden?
Die Nadel kann durch Wiederverwendung abstumpfen, sich verdrehen oder abbrechen. Dadurch wird das Risiko erhöht, dass die Injektionen schmerzhaft werden, die Injektionsstellen zu bluten beginnen und es zu Verletzungen des Hautgewebes kommt, die wiederum eine Aufnahme des Insulins beeinträchtigen.


Wie entstehen Luftblasen in der Insulinpatrone?
Luftblasen in der Insulinpatrone können entstehen, wenn die Nadel nach der Injektion nicht abgeschraubt wird. Hierdurch entsteht eine offene Verbindung nach außen, sodass sich das Insulin bei Temperaturschwankungen zusammenziehen und Luft in die Patrone eindringen kann. Um die Entstehung von Luftblasen in der Insulin-Patrone zu vermeiden, empfehlen wir, die Nadel nach der Injektion abzuschrauben.

(Quelle: http:// www.lilly.at, Oktober 2013)