Wozu Blutzucker-Selbstkontrolle

Warum ist Blutzucker-Selbstkontrolle so wichtig?

Wer als Diabetiker gut eingestellt ist, hat den bestmöglichen Schutz vor Entgleisungen und vor diabetesbedingten Folgeerkrankungen.

Medizinisch gesehen bedeutet eine gute Diabeteseinstellung, die Blutzuckerwerte im normnahen Bereich, das heißt zwischen 80 mg/dL und 120 mg/dL zu halten. Wenn Sie Insulin spritzen, lässt sich dieses Ziel nur mit einer regelmäßigen Blutzucker-Selbstkontrolle erreichen.

Gut eingestellt sein, heißt in diesem Fall, regelmäßig den Blutzucker zu kontrollieren und anhand der gemessenen Werte selbst die Insulindosis zu bestimmen, die Sie brauchen. Die regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrolle gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre Diabeteseinstellung selbst mitzubestimmen. Sie können feststellen, ob die für Sie gewählte Therapie die richtige ist oder ob die Insulindosis angepasst werden muss.

Die Kontrolle des Blutzuckers zeigt Ihnen auch, wie sich Ihre Ernährung, Ihre Therapiemaßnahmen (Insulin, Medikamente), Sport, Reisen und Krankheit auf Ihren Blutzuckerspiegel auswirken und gibt Ihnen die Möglichkeit, sofort korrigierend einzugreifen.

Einzelheiten zur Blutzucker-Selbstkontrolle sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

Wie oft den Blutzucker messen?
Die Häufigkeit der Messung hängt von der Diabetestherapie ab.

Wenn Sie als Typ-2-Diabetiker mit Tabletten und/oder Insulin behandelt werden, oder wenn Sie im Rahmen der konventionellen Diabetestherapie 2x am Tag Insulin spritzen, sollten Sie Einzelheiten zur Blutzucker-Selbstkontrolle mit Ihrem Arzt besprechen.

Wenn Sie im Rahmen der intensivierten Therapie Insulin injizieren oder eine Insulinpumpe tragen, sollten Sie mindestens 4x täglich Ihren Blutzucker kontrollieren:

  • Nach dem Aufstehen/vor dem Frühstück
  • Vor dem Mittagessen
  • Vor dem Abendessen
  • Vor dem Schlafengehen

Alle 2 bis 4 Wochen sollten Sie darüber hinaus den Blutzucker gegen 2:00 Uhr nachts messen, um eventuell unbemerkte nächtliche Hypoglykämien zu erkennen.

Einstellphase und Ausnahmesituationen
Während einer „Einstellphase“ kann, zur Festlegung des richtigen Mahlzeiteninsulin-Typs und zum Bestimmen eines eventuellen Spritz-Ess-Abstandes sowie der richtigen Insulindosis, die Bestimmung des sogenannten „postprandialen“ Blutzuckerwertes 1 bis 2 Stunden nach den Mahlzeiten sinnvoll sein.

Diese kurz nach den Mahlzeiten gemessenen Werte können jedoch nicht allein zum Prüfen des Mahlzeiteninsulins genutzt werden.

Darüber hinaus muss der Blutzucker in „Ausnahmesituationen“ auch in kürzeren Abständen kontrolliert werden, z. B. bei Verdacht auf eine Hyperglykämie bzw. Ketoazidose, bei Krankheiten, die mit Fieber, Erbrechen und Durchfall verbunden sind sowie bei starken Verschiebungen im Tagesablauf (z. B. Schichtdienst, Urlaub mit Zeitverschiebung).

(Quelle: http:// www.mylife-diabetescare.at, Oktober 2013)